Offener Brief an die Bürger Abstatts

19Feb2016

Offener Brief an die Bürger Abstatts

Am 19. Februar 2016 erschien auf der Website der Gemeinde Abstatt ein offener Brief zur Belegung der Kowex-Halle mit weiteren 130 Flüchtlingen.

Offener Brief

Liebe Abstatterinnen, liebe Abstatter,

sicherlich ist Ihnen bereits bekannt, dass geplant war die Zahl der Flüchtlinge in der Seestraße 28 vorübergehend auf 250 Personen zu verdoppeln.

Wir möchten Ihnen hiermit versichern, dass auch wir von dieser Ankündigung des Landratsamtes Heilbronn überrascht wurden. Am Montag den 15.02.2016 erreichte uns die Nachricht, dass der Einzug der neuen Flüchtlinge bereits am Donnerstag den 18.02.2016 stattfinden soll. Durch eine schnelle Intervention konnten wir dies vermeiden. Allerdings ist uns klar, dass der Kreis auch nächste Woche wieder Zuweisungen erhält und sich die Situation wieder stellt. Das gibt uns jedoch Zeit für weitere Einspruchsmaßnahmen und Argumente gegen eine höhere Belegung der ehemaligen Kowex-Halle. Weitere Hallen im Landkreis sollen im März zur Verfügung stehen.

Wir können den Ärger und die Sorgen vieler Abstatter verstehen. Besonders da uns versprochen wurde, die Obergrenze von 125 Flüchtlingen in der Halle nicht zu überschreiten. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun und weiter mit dem Landratsamt Heilbronn verhandeln. Unsere Landtagsabgeordneten wurden ebenfalls um Unterstützung gebeten.

Einige Bürger jedoch nutzen die momentane Situation, um gezielt Stimmung gegen die Verwaltung, den Gemeinderat und die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises Asyl zu machen, teilweise mit unwahren Behauptungen oder erfundenen Geschichten.

Fakt ist: Das letzte Wort bei einer vorübergehenden Belegung von Flüchtlingsunterkünften hat das Landratsamt Heilbronn. Weder Verwaltung noch Gemeinderat können diese Belegung verhindern. Es sei denn, wir können das Landratsamt mit Argumenten überzeugen, dass eine Aufstockung der Flüchtlinge in Abstatt unsere organisatorischen und menschlichen Kapazitäten übersteigt. Das werden wir natürlich mit allen Mitteln versuchen.

Egal wie viele Flüchtlinge wir im Endeffekt zugeteilt bekommen, wir müssen mit dieser Situation klar kommen. Daran führt kein Weg vorbei. Es gibt nur eine Möglichkeit den sozialen Frieden in Abstatt zu wahren und den werden wir versuchen zu gehen. Wir müssen den Flüchtlingen zur Hand gehen und sie bei der Eingewöhnung in Abstatt unterstützen. Dazu gehört natürlich das Erläutern und Überwachen unserer Regeln und Gesetze, aber auch die Hilfe im alltäglichen Leben.

Was einige nicht zu verstehen scheinen: lassen wir die Flüchtlinge alleine oder begegnen ihnen gar mit Aggressivität, erzeugen wir genau das: Aggressivität. Was wiederum den sozialen Frieden in Abstatt in Gefahr bringt. Das wollen wir nicht!

Daher unser Appell an Sie, liebe Abstatterinnen und Abstatter:  Hinterfragen Sie Anschuldigungen und Anfeindungen. Informieren Sie sich vor Ort. Ein Mitbürger hat z.B. die Geschichte in die Welt gesetzt, dass die Diebstahlrate im örtlichen CAP- und Aldi-Markt stark angestiegen sei. Eine einfache Nachfrage bei den Marktleitungen hat genügt um zu klären, dass dem nicht so ist. Beispiele solch erfundener Angstmacherei gibt es einige.

Abstatt soll eine lebenswerte, friedliche und angstfreie Gemeinde bleiben. Dafür setzen wir uns ein. Es ist eine harte Zeit voller Herausforderungen, die wir aber gemeinsam meistern werden. Da sind wir uns sicher.

An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die mit hohem persönlichen Einsatz versuchen, den Frieden in Abstatt zu wahren.

Gemeinderat und Gemeindeverwaltung

  • 19 Feb, 2016
  • CDUAH-theadmin
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